Jedes Jahr bietet das LPI auf diversen Linuxtagen die Möglichkeit, die Prüfungen in Papierform abzulegen. So auch dieses Jahr wieder in Chemnitz. Die Kosten sind stark reduziert, im Vergleich zu einem Prometric oder Vue Testcenter werden hier nur 75,-EUR für die Prüfungen 101, 102, 201 und 202 verlangt. Der Ablauf ist ähnlich dem im Testcenter. Man betritt den Saal, zahlt die Gebüren und erhält einen versiegelten Umschlag mit den Prüfungsunterlagen. Dann folgt eine Einweisung über die Geheimhaltung der Fragen und die obligatorische “Handy-Aus” Warnung. Nun darf der Umschlag geöffnet werden. Anschließend noch seine LPI-ID, Namen usw. ausfüllen und mit der Beantwortung der Fragen beginnen. Ich persönlich fand die Schriftliche Form der Prüfung schwieriger als im Testcenter. Man muss sehr aufpassen auf dem Lösungsblatt nicht in der Zeile zu verrutschen oder gar Fragen zu vergessen. Im Testcenter hat man ja eine “Remember”-Funktion für einzelne Fragen
. Auch fallen die Antwortzeilen bei einigen Fragen, gerade wenn man Parameter mit angeben muss, etwas knapp aus. “pvremove /dev/sda3″ passt unmöglich in das Lösungsfeld. Schreibt man über das Feld hinaus, ist das Lösungsblatt ungültig. Nachdem alle Fragen beantwortet wurden, füllt man noch die Geheimhaltung aus, steckt alle Unterlagen wieder in den Umschlag, versiegelt diesen und gibt alles wieder ab. Nun dauert es ca. 3 Wochen bis die Ergebnisse im LPI Kandidatenbereich angezeigt werden. Zusätzlich erhält man natürlich eine EMail mit den Prüfungsergebnissen.
Für alle, die eine der LPIC-Prüfungen in schriftlicher Form ablegen wollen, kann ich nur den Tipp geben, ihr müsst absolut sicher in allen geforderten Bereichen sein. Mindestens 60% aller Fragen fordern die Lösung in Textfeldern, wovon 40% in absoluten Pfaden mit Parametern angegeben werden müssen. Hier hilft nur können. Mit 2-4 Jahren Erfahrung in der Administration von Linux-Systemen und einer Vorbereitung von ca. 2 Wochen sollte die Prüfung allerdings kein Problem darstellen. Außer man verwendet Gentoo, wie ich.