MeeGo 1.0 – Das Netbook Linux von Intel und Nokia

MeeGo, so der Name der aus Moblin und Maemo hervorgegangenen Linux-Distribution ist ein speziell für Netbooks und andere mobile Endgeräte entwickeltes System. Vorangetrieben von Intel, Nokia und unterstützt von der Linux Foundation (Ja, genau hier arbeitet auch Linus Torvalds) kann das Projekt eigentlich nur gelingen.

Das System:
Das System selbst basiert auf Fedora und verwendet einen aktuellen Kernel 2.6.33. uname -a meldet “2.6.33.3-11.1-netbook #1 SMP PREEMPT Fri May 21 20:52:54 UTC 2010 i686 i686 i386 GNU/Linux”. Auf meinem HP Compaq Mini 701EG wurden alle Geräte außer WLAN problemlos erkannt. Im Gegensatz zu Moblin konnte ich sofort Bluetooth und die Webcam nutzen. Um die interne Broadcom WLAN-Karte nutzen zu können, ist immer noch das Proprietäre Kernel-Modul “wl” von Broadcom erforderlich. Die Installation hatte ich früher schon einmal beschrieben. Etwas problematisch ist leider immer noch der integrierte LAN-Anschluss. Um eine Verbindung zu bekommen muss man das System mit eingestecktem LAN-Kabel starten. Trennt man das Kabel, friert der Kernel ein und es hilft nur noch ein Reset.

Die Oberfläche hat sich seit Moblin 2.1 leicht verändert. Der X-Server läuft nun nicht mehr als root sondern wird wie die meisten anderen Dienste unter der UID des Netbook-Benutzers gestartet. Weitere, getrennte User für die einzelnen Dienste hätten hier sicher noch etwas mehr Sicherheit gebracht. Leider fehlt auch diesmal ein IPTables-Script, um grundlegende Firewall-Regeln zu aktivieren. Für ein Netbook-Betriebssystem das auch direkt mit dem Internet verbunden wird nicht sehr vorteilhaft. Damit sind der über xinetd aktive CUPS und der avahi-Daemon aus dem Internet oder LAN angreifbar.

Firewall-Regeln:
Chain INPUT (policy ACCEPT 158K packets, 189M bytes)
pkts bytes target prot opt in out source destination
.
Chain FORWARD (policy ACCEPT 0 packets, 0 bytes)
pkts bytes target prot opt in out source destination
.
Chain OUTPUT (policy ACCEPT 113K packets, 9976K bytes)
pkts bytes target prot opt in out source destination

Offene Verbindungen:
Proto Recv-Q Send-Q Local Address Foreign Address State PID/Program name
tcp 0 0 0.0.0.0:631 0.0.0.0:* LISTEN 472/xinetd
udp 0 0 0.0.0.0:68 0.0.0.0:* 1023/dhclient
udp 0 0 0.0.0.0:35002 0.0.0.0:* 439/avahi-daemon: r
udp 0 0 0.0.0.0:5353 0.0.0.0:* 439/avahi-daemon: r

Die grafische Oberfläche:
Am oberem Bildschirmrand befindet sich eine sehr übersichtliche Leiste mit Anwendungen, dem Systemstatus und anderen nützlichen Dingen. Startet man eine Anwendung, wird diese in einer “Zone” gestartet. Dieses Konzept sorgt für eine sehr aufgeräumte Oberfläche, auch bei sehr vielen geöffneten Programmen. Als Standardbrowser verwendet MeeGo Google Chrome (oder Chromium) anstelle des Mozilla.Browsers in Moblin. Der Seitenaufbau ist deutlich schneller und dank Flash 10.1 laufen auch Flash-Anwendungen deutlich schneller. Aber auch hier gibt es Schwächen. Chrome hat Probleme mit Seiten die per JavaScript neue Fenster öffnen, was vermutlich an der MeeGo Integration liegt. Der integrierte Client für Twitter und Last.fm erlaubt das direkte Posten von Nachrichten und das ändern des Status  aus der Oberfläche. Weitere Anbieter werden leider nicht unterstützt. Für

Fazit:
Trotz der enthaltenen Fehler und Probleme in Verbindung mit meinem Netbook ist MeeGo ein gelungenes und vor allem schnelles Netbook Betriebssystem. Ich kann es nur jedem Empfehlen, der einfach nur Online-Dienste nutzen möchte. Möchte man doch mal eine Kalkulation oder ein Textdokument erstellen, liegen Gnumeric und AbiWord bei. Zum Zeitvertreib sind einige Spiele enthalten.
Leider fehlen dem System einige Lizenzrechtlich geschützte Codecs wie MP3 oder mpeg2/4, diese lassen sich jedoch mit etwas Linux-Erfahrung nachrüsten. Hier noch einige Screenshots.

iPad, iPhone, iMac, iPod & Co. … ein Betatest?

Langsam aber sicher nerven diese Geräte einfach nur. Es ist zwas schön anzusehen, aber ganz nach dem Motto außen Hui, innen Pfui sollte man die Finger von den Geräten lassen. Warum? Naja, Hersteller, die auf geschlossene Protokolle setzen und sich weder an Standards noch Offenheit gegenüber dem Kunden halten, werden früher oder später scheitern. Das Design der Oberfläche ist ganz klar gut gelungen. Allerdings riecht man den Braten bereits beim aktivieren der Geräte. Am liebsten hätte Apple noch einen Fingerabdruck der Benutzer verlangt.

Möchte man nun (so wie ich) eine SSH-Session aufbauen und “man schnell” einige Zeilen Code aus einer Mail kopieren – fehlanzeige. Entweder man öffnet zuerst die Mail, kopiert den Text, schließt die Mail-Anwendung, startet den SSH-Client, meldet sich an und fügt den Text ein. Aber zurück in die Mail-Anwendung kommt man dank fehlender Multitask-Fähigkeit nicht mehr. Das gleiche Problem auf dem so gepushten iPad … ohne Worte.

Schon einmal probiert das iPhone als UMTS-Modem zu verwenden, per Bluetooth Daten auszutauschen oder fehlerfrei komplexe vcf Kontakte zu importieren? Auch die Akku-Leistung ist sehr beachtlich. Mit UMTS fast 2 Stunden … mein 3 jahre altes N96 schafft 4 Stunden Google Maps mit a-GPS.

Möchte man eine der tollen Apps herunterladen muss man sich im Shop registrieren, laut Nutzungsbedingungen darf der Betreiber die Daten sogar weitergeben .. kann man sich doch damit anfreunden bedarf es noch einer Kreditkarte oder Bankeinzugsermächtigung … um den Shop überhaupt öffnen zu können.

Wer auch das alles Toll findet sollte mal eine Flash-Website im iPad aufrufen … ein Internet Touch-PC ohne Flash? Was bitte soll das denn?

Einen habe ich noch, versucht mal Geräte mit iTunes an 3 Rechnern zu synchronisieren … oder unter Windows 2000/ME … viel Erfolg ;-) .

Aber als ich die Werbung dür das iPad sah war mir alles klar “Es ist eine Revolution … und sie hat gerade  erst begonnen” AAAAAAH ein offener BETATEST ;-) . Und da soll sich mal jemand über Microsoft (die inzwischen fast alle Spezifikationen ihrer Protokolle offengelegt haben) aufregen.

Doch Probleme mit MeinVZ / StudiVZ?

Gerade habe ich 5 Versuche gebraucht um mich bei meinVZ einzuloggen. Immer wieder erschien die Fehlermeldung “Oooops!”.
Dazu kommen die in letzter Zeit immer häufiger auftretenden Probleme mit externen “Webapps”.
Diese Aps verwenden zur Kommunikation mit dem VZ Server eine API, die es ermöglicht auf einige Daten des Benutzers von außen zuzugreifen. Der Dienstleister hostet die Anwendung inkl. Spielestand. Manche Anwendungen senden dann Informationen zur Anwendung, wie z.B. den Rang im Spiel zurück an das VZ Profil. Diese “Nachricht” wird dann im VZ direkt unter Apps angezeigt. Genau hier liegt der Hund begraben. Immer wenn eine der Apps im VZ nicht mehr funktioniert hat, und Fehler wie “Server antwortet nicht” erschienen, konnte ich mit einigen Tricks die Anwendung einzeln mit einigen Einschränkungen direkt vom Server des Anbieters starten. Manchmal fehlten auch nur die Fotos der Freunde. Solche Probleme, die sich über alle Apps hinweg beobachten lassen deuten zusammen mit den gelegentlichen Anmeldeproblemen, nicht funktionierendem Ajax im Plauerkasten und “session-kills” schon auf ernsthafte Probleme im System hin. Hoffentlich bekommen die Entwickler das schnell in den Griff.

UPDATE: Und nun fehlen sogar bei VZ eigenen Diensten die Fotos. Alles sehr merkwürdig.