Wer heute Planetopia gesehen und auch nur etwas Ahnung vom Internet hat, ist sicher aus dem Lachen nicht mehr herausgekommen. Zuerst wurde von den “7 Menschen” die das Internet Neustarten gesprochen. Gemeint waren die Inhaber der Schlüssel zur Signierung der root DNS-Zone (.). Eigentlich sollte das nur Cachemanipulationen auf zwischenliegenden DNS-Servern verhindern … die root-server selbst sind und werden unangreifbar für Manipulationen sein. Allein schon, weil die einzig schreibbare Kopie der rootzone von nichts und niemandem beschrieben werden kann. Und wenn doch, braucht man ja die 7 heiligen Schlüssel um die Signatur neu zu erstellen. Jeder sollte das Tralalalala bei neuen TLD-Domains mitbekommen haben. Dann, und wenn neue Nameserver für TLD-Domänen eingetragen werden, müssen die root-zonen bearbeitet und neu signiert werden. Punkt.
Im zweiten Beitrag wurde dann das DNS mit dem Internet gleichgesetzt. Fällt das DNS aus, bricht die globale Infrastruktur zusammen. Ampeln, Stromnetze usw. sind nicht mehr erreichbar. Komisch nur, die meisten dieser Systeme nutzen zwar das Internet teilweise als Transportmittel, sind aber keinesfalls auf das DNS angewiesen. Meistens werden hier sowieso VPN-Tunnel zwischen routern gebaut. Mal davon abgesehen, dass alle wichtigen Netze nicht über das Internet sondern dezidierte Standleitungen innerhalb der Carriernetze verbunden sind. Hier spricht man dann MPLS, ATM, Ethernet oder ähnliche Protokolle, die im Carriernetz in virtuellen Tunneln zusammen mit Internetpaketen völlig isoliert voneinander transportiert werden. Welchen Physikalischen Weg der Tunnel dabei nutzt, ist abhängig von der Auslastung der jeweiligen Leitungswege und kann am Tage mehrmals wechseln. Das DNS hat mit diesen eigentlichen Netzen nichts zu tun.
Zuletzt wurde es im Beitrag sehr nebulös. Es wurde Metasploit auf eine veraltete WindowsXP Installation losgelassen (zu erkennen am IE6), und ein Botnetz demonstriert. Was das nun mit DNSSEC und den 7 Schlüsselinhabern zu tun haben soll weiß sicher nur Planetopia.
Der Beitrag steht sicher bald im Planetopia Archiv zum anschauen bereit.