dd_rescue – DAS Werkzeug zum einlesen beschädigter Festplatten

Jeder hat etwas Angst vor dem Tag an dem sich die Festplatte verabschiedet. Doch meistens lassen sich mit den richtigen Werkzeugen noch Daten retten. Das Problem ist nur, wie kann die Festplatte am besten ausgelesen werden? Das erste Problem sind die defekten Bereiche. Trifft das Betriebssystem auf einen gibt es zahlreiche Fehlermeldungen und der Kopiervorgang wird extrem langsam. Auch kann es vorkommen, dass sich die Festplatte aufhängt oder reinitialisiert.

Das zweite Problem ist die Blockgröße zum kopieren. Normale HDD Kopierprogramme verwenden feste Blockgrößen, das ist die anzahl Bytes die auf einmal gelesen wird. Kommt es zu einem Lesefehler überspringen diese Programme mindestens einen Block. Ist dieser sehr groß gehen bei verteielten Fehlern unnötig viele Daten verloren. Dazu kommt der Cache des Laufwerkes, der sich bei neueren Festplatten nicht mehr abschalten lässt.

Und nun kommt dd_rescue ins Spiel. Das kleine Werkzeug kopiert bis zum Fehler mit maximaler Blockgröße und sobald Lesefehler auftreten wird eine geringere Blockgröße verwendet. Das ermöglicht es so viele Daten wie möglich auszulesen. Sind bereits am Anfang der Platte sehr viele Fehler kann man versuchen die HDD von hinten nach vorn zu lesen. Im Reverse-Modus mach dd_rescue genau das. Ein weiterer Vorteil, die meisten Festplatten arbeiten dann ohne Cache. Sollte der Kopiervorgang abbrechen, kann dd_rescue durch Angabe eines Offsets an beliebiger Stelle der Festplatte fortgesetzt werden.

Ist das Einlesen abgeschlossen kommen Werkzeuge wie R-Studio oder CnW Data Recovery zum Einsatz um die Daten aus dem Image wiederherzustellen. Manchmal reicht aber auch eine Dateisystem Reparatur um die defekten Bereiche im Image zu markieren.

Fluendo mp3 Dekoder – Kostenloser MP3 Dekoder für Linux

Jeder Linux-Nutzer sollte das Problem kennen. Das System ist installiert aber MP3 und andere Codecs sind nicht auf dem System zu finden. Warum? Es liegt meistens an den Patenten und Rechten der Codec-Eigentümer. Die frei verfügbaren Codecs, wie zum Beispiel “gst-plugins-ugly” oder “Lame MP3″ sind nicht von den Rechteinhabern Lizenziert, sondern basieren meistens auf Reverse-Engineering oder Codec-Hacks.

Fluendo bietet als einer der wenigen Anbieter Lizenz-rechtlich saubere Codecs und Player für Linux. Dafür erwirbt Fluendo eine Lizenz und bietet entsprechende Plugins oder Player kostengünstig an.

Um zum Beispiel unter MeeGo MP3 anhören zu können, lädt man einfach das RPM-Paket herunter und installiert es als root über die Konsole “rpm -i fluendo-codecs-mp3-11-3.i386.rpm”. Vorsichtshalber MeeGo neustartet und das abspielen von MP3 Dateien sollte funktionieren. Zum Abspielen von avi, wma, mpeg4 oder h.264-Dateien benötigt man nur das Fluendo Codec Pack für 28,-EUR und das Abspielen sollte kein Problem mehr darstellen.

Fluendo Produkte

MeeGo 1.0 – Das Netbook Linux von Intel und Nokia

MeeGo, so der Name der aus Moblin und Maemo hervorgegangenen Linux-Distribution ist ein speziell für Netbooks und andere mobile Endgeräte entwickeltes System. Vorangetrieben von Intel, Nokia und unterstützt von der Linux Foundation (Ja, genau hier arbeitet auch Linus Torvalds) kann das Projekt eigentlich nur gelingen.

Das System:
Das System selbst basiert auf Fedora und verwendet einen aktuellen Kernel 2.6.33. uname -a meldet “2.6.33.3-11.1-netbook #1 SMP PREEMPT Fri May 21 20:52:54 UTC 2010 i686 i686 i386 GNU/Linux”. Auf meinem HP Compaq Mini 701EG wurden alle Geräte außer WLAN problemlos erkannt. Im Gegensatz zu Moblin konnte ich sofort Bluetooth und die Webcam nutzen. Um die interne Broadcom WLAN-Karte nutzen zu können, ist immer noch das Proprietäre Kernel-Modul “wl” von Broadcom erforderlich. Die Installation hatte ich früher schon einmal beschrieben. Etwas problematisch ist leider immer noch der integrierte LAN-Anschluss. Um eine Verbindung zu bekommen muss man das System mit eingestecktem LAN-Kabel starten. Trennt man das Kabel, friert der Kernel ein und es hilft nur noch ein Reset.

Die Oberfläche hat sich seit Moblin 2.1 leicht verändert. Der X-Server läuft nun nicht mehr als root sondern wird wie die meisten anderen Dienste unter der UID des Netbook-Benutzers gestartet. Weitere, getrennte User für die einzelnen Dienste hätten hier sicher noch etwas mehr Sicherheit gebracht. Leider fehlt auch diesmal ein IPTables-Script, um grundlegende Firewall-Regeln zu aktivieren. Für ein Netbook-Betriebssystem das auch direkt mit dem Internet verbunden wird nicht sehr vorteilhaft. Damit sind der über xinetd aktive CUPS und der avahi-Daemon aus dem Internet oder LAN angreifbar.

Firewall-Regeln:
Chain INPUT (policy ACCEPT 158K packets, 189M bytes)
pkts bytes target prot opt in out source destination
.
Chain FORWARD (policy ACCEPT 0 packets, 0 bytes)
pkts bytes target prot opt in out source destination
.
Chain OUTPUT (policy ACCEPT 113K packets, 9976K bytes)
pkts bytes target prot opt in out source destination

Offene Verbindungen:
Proto Recv-Q Send-Q Local Address Foreign Address State PID/Program name
tcp 0 0 0.0.0.0:631 0.0.0.0:* LISTEN 472/xinetd
udp 0 0 0.0.0.0:68 0.0.0.0:* 1023/dhclient
udp 0 0 0.0.0.0:35002 0.0.0.0:* 439/avahi-daemon: r
udp 0 0 0.0.0.0:5353 0.0.0.0:* 439/avahi-daemon: r

Die grafische Oberfläche:
Am oberem Bildschirmrand befindet sich eine sehr übersichtliche Leiste mit Anwendungen, dem Systemstatus und anderen nützlichen Dingen. Startet man eine Anwendung, wird diese in einer “Zone” gestartet. Dieses Konzept sorgt für eine sehr aufgeräumte Oberfläche, auch bei sehr vielen geöffneten Programmen. Als Standardbrowser verwendet MeeGo Google Chrome (oder Chromium) anstelle des Mozilla.Browsers in Moblin. Der Seitenaufbau ist deutlich schneller und dank Flash 10.1 laufen auch Flash-Anwendungen deutlich schneller. Aber auch hier gibt es Schwächen. Chrome hat Probleme mit Seiten die per JavaScript neue Fenster öffnen, was vermutlich an der MeeGo Integration liegt. Der integrierte Client für Twitter und Last.fm erlaubt das direkte Posten von Nachrichten und das ändern des Status  aus der Oberfläche. Weitere Anbieter werden leider nicht unterstützt. Für

Fazit:
Trotz der enthaltenen Fehler und Probleme in Verbindung mit meinem Netbook ist MeeGo ein gelungenes und vor allem schnelles Netbook Betriebssystem. Ich kann es nur jedem Empfehlen, der einfach nur Online-Dienste nutzen möchte. Möchte man doch mal eine Kalkulation oder ein Textdokument erstellen, liegen Gnumeric und AbiWord bei. Zum Zeitvertreib sind einige Spiele enthalten.
Leider fehlen dem System einige Lizenzrechtlich geschützte Codecs wie MP3 oder mpeg2/4, diese lassen sich jedoch mit etwas Linux-Erfahrung nachrüsten. Hier noch einige Screenshots.

LPIC-201 in schriftlicher Form bestanden

Jedes Jahr bietet das LPI auf diversen Linuxtagen die Möglichkeit, die Prüfungen in Papierform abzulegen. So auch dieses Jahr wieder in Chemnitz. Die Kosten sind stark reduziert, im Vergleich zu einem Prometric oder Vue Testcenter werden hier nur 75,-EUR für die Prüfungen 101, 102, 201 und 202 verlangt. Der Ablauf ist ähnlich dem im Testcenter. Man betritt den Saal, zahlt die Gebüren und erhält einen versiegelten Umschlag mit den Prüfungsunterlagen. Dann folgt eine Einweisung über die Geheimhaltung der Fragen und die obligatorische “Handy-Aus” Warnung. Nun darf der Umschlag geöffnet werden. Anschließend noch seine LPI-ID, Namen usw. ausfüllen und mit der Beantwortung der Fragen beginnen. Ich persönlich fand die Schriftliche Form der Prüfung schwieriger als im Testcenter. Man muss sehr aufpassen auf dem Lösungsblatt nicht in der Zeile zu verrutschen oder gar Fragen zu vergessen. Im Testcenter hat man ja eine “Remember”-Funktion für einzelne Fragen ;-) . Auch fallen die Antwortzeilen bei einigen Fragen, gerade wenn man Parameter mit angeben muss, etwas knapp aus. “pvremove /dev/sda3″ passt unmöglich in das Lösungsfeld. Schreibt man über das Feld hinaus, ist das Lösungsblatt ungültig. Nachdem alle Fragen beantwortet wurden, füllt man noch die Geheimhaltung aus, steckt alle Unterlagen wieder in den Umschlag, versiegelt diesen und gibt alles wieder ab. Nun dauert es ca. 3 Wochen bis die Ergebnisse im LPI Kandidatenbereich angezeigt werden. Zusätzlich erhält man natürlich eine EMail mit den Prüfungsergebnissen.

Für alle, die eine der LPIC-Prüfungen in schriftlicher Form ablegen wollen, kann ich nur den Tipp geben, ihr müsst absolut sicher in allen geforderten Bereichen sein. Mindestens 60% aller Fragen fordern die Lösung in Textfeldern, wovon 40% in absoluten Pfaden mit Parametern angegeben werden müssen. Hier hilft nur können. Mit 2-4 Jahren Erfahrung in der Administration von Linux-Systemen und einer Vorbereitung von ca. 2 Wochen sollte die Prüfung allerdings kein Problem darstellen. Außer man verwendet Gentoo, wie ich.

Chemnitzer Linuxtage 2010

Auch dieses Jahr fanden in Chemnitz wieder die Chemnitzer Linuxtage statt. Ich war wie (fast) jedes Jahr vor Ort und habe einige sehr interessante Dinge erfahren. Die Vorlesungen sind (bis auf wenige Ausnahmen) sehr gut. Aber mehr dazu findet ihr auf der offiziellen Website der Chemnitzer Linuxtage.

Hier eine Auswahl der Fotos:

Weitere Fotos gibt es hier.